Mein Alltag in California. Was kannst du alles in Stanford tun, außer zu studieren? Plaudern/Wöchentliches Kino/Gemeinsames, kostenloses Abendessen…

Es ist Zeit mal wieder etwas von meinem Alltagsleben zu berichten! Denn mittlerweile bin ich ganz schön busy (für die, der englischen Sprache nicht mächtigen ein kleiner Hinweis: es heißt auf Deutsch übersetzt nicht busig!).

Dienstag & Donnerstag – Marte & Lotte

Dienstag und Donnerstag verbringe ich mit meinen beiden kleinen Freundinnen Marte & Lotte.

 

Ob Sommer – Herbst –  Winter…

…sie sind immer gut drauf:

Gut drauf auf dem Spielplatz!

Gut drauf Indoor!

Gut drauf beim Selfie-schießen!

Gut drauf beim leidenschaftlichen lesen!

Nicht nur gut drauf – sondern auch immer für einen Spass zu haben!

Links Lotte – Rechts Marte

Freitags ist es Megabusig, äh …busy!

1. 9:30 am – 10:30 am: Sally

Freitags, morgens um halb zehn, während in ganz Deutschland ein kleiner Snack namens Knoppers gefuttert wird, sitze ich im Unterricht Englische Konversation bei Rentnerin Sally. Dies gehört zu dem Programm an welchem die Abhängigen von Stanford gratis teilnehmen können. (The Dependent – Die Abhängingen: so werden die Partner der Stanfordmitarbeiter genannt da sich diese nur so lange in den USA aufhalten dürfen wie ihr Partner, quasi abhängig von seinem Visum sind).

Gratis Unterrichtstunde bei einer Rentnerin klingt jetzt mal nicht so aufregend. Aber nur, wenn man Sally nicht kennt! Wer kennt noch die „Golden Girls“ aus dem TV? Also die sind nichts gegen Sally! Nach der Stunde mit ihr schmerzt mein Gesicht und der Bauch vom vielen lachen. Ich würde sogar so weit gehen und sagen: Sally zu kennen ist eine Bereicherung fürs Leben!

2. 11:00 am – 1:00 pm: Englischunterricht

Nach Unterrichtsende ist es normalerweise Zeit für den Friday Morning Coffee, der nur ein paar Räumlichkeiten entfernt stattfindet. Allerdings habe ich derzeit keine Zeit dafür, auch wenn ich mittlerweile ganz gerne hingehe. Denn momentan besuche ich einen „richtigen“ Englischunterricht in der Palo Alto Adult School einfach um etwas mehr zu lernen.

3. 1:00 pm – 5:30 pm: Freizeitprogramm

Im Anschluss treffe ich mich entweder mit neugewonnen Freunden auf einen Kaffee, oder, so wie heute, setze ich mich in die Bücherei und betippe meinen Laptop.

Ich „muss“ in der Nähe von Stanford bleiben denn:

4. 6:00 pm – 10:00 pm: Movie Time mit Bob

Freitagabend ist Movie-Time! In Stanford gibt es jeden Freitag Abend um 18 Uhr ein kleines (gratis) Abendessen (also so klein ist es eigentlich nicht: es gibt Salat, Reis, Nudelgerichte, Fleisch und Wraps und zur Nachspeise Eis und/oder Cookies) mit anschließender Filmpräsentation. Und es ist für alle – auch für Nicht-Stanfordianer…
Auch wenn die Filmauswahl nicht immer meinem Geschmack entspricht so ist es doch einer meiner Lieblings-Events hier! Zwischen fünfzehn und dreißig Personen in allen Altersstufen (der jüngste ist zwölf, der älteste zweiundneunzig) nehmen teil. Erst essen wir gemeinsam, dann schauen wir gemeinsam den Film, und dann gibts noch eine kleine Disskusion darüber. Bob (übrigens auch ein Pensionist), der Veranstalter, macht das mit so viel Liebe (er kocht persönlich!) – da wird sogar ein Film, der nicht so ganz nach meinem Geschmack ist sehenswert. Außerdem ist die Gruppendynamik eine schöne – man sitzt jede Woche neben jemand anderem beim Abendessen und plaudert ungezwungen. Maria und Omar, unsere mexikanischen Freunde, sind auch immer hier, und so gehen wir im Anschluss noch manchmal auf ein Getränk.

Mittwochs: Konversation, Konversation, Konversation in der Mitchel Park Library in Palo Alto! Aber beinahe alle Büchereien in der Bay Area bieten verschiedene kostenlose Programme und Klassen an!

Marisol, eine andere mexikanische Freundin (wann genau baut der Trump nun die Mauer – es scheinen tatsächlich viele Mexikaner im Land zu sein 😉 😉 😉  Andererseits, vielleicht wäre es schlau um die ganze USA eine Mauer zu bauen? Denn es sind auch ganz schön viele Asiaten hier. Und Europäer! Nur so als Vorschlag…) hat mir von einem Programm der Büchereien in Palo Alto erzählt: Hier treffen sich jeden Mittwoch ESL- Menschen mit Nativspeakern und tauschen sich aus. ESL-Menschen? English as a Second Language… An jedem Tisch sitzt ein Nativespeaker und fünf ESL – dann wird eine Stunde lang zu einem bestimmen Thema konversiert mit dem Ziel: zu sprechen, neues Vokabular zu bilden und etwas über andere Kulturen zu erfahren. Natürlich volontieren die Nativespeaker und so ist auch dieses Programm wieder kostenlos.

Ebenfalls kostenlos ist es wenn man sich etwas aus den zahlreichen Büchereien ausborgen möchte. Man bezahlt weder eine Jahresgebühr, noch eine Leihgebühr! Man kann ganz einfach DVD’s, CD’s, Zeitschriften, Hörbücher oder natürlich auch Bücher entlehnen. Man kann sich auch einen Sitzplatz auf einem bequemen Sessel suchen oder, so wie ich heute, an kleinen netten Tischchen sitzen um auf seinem Computer zu arbeiten. Und hier zu sitzen ist fast noch gemütlicher als in einem Kaffeehaus (sofern man keinen Kaffee bestellen möchte).

Nach dieser mittwöchentlichen Conversation Class treffe ich mich mit Renate. Renate ist mein English In Action Partner. Wasn das? Das ist ein anderes Programm aus Stanford, genauergesagt CCIS. Natürlich – kostenfrei. Denn auch hier volontieren die Trainingspartner. Die Abhängigen haben ja meist nicht Englisch als Muttersprache und meist auch keinen Job (zumindest am Anfang) und es somit viel schwieriger sich zu sozialisieren. So rekrutiert Stanford, einen der englischen Sprache mächtigen und schon länger in der Bay Area lebenden, Trainingspartner mit dem man sich wöchentlich trifft um Konversation zu betreiben. Damit verbessert man nicht nur sein Englisch sondern hat auch die Möglichkeit etwas über die Umgebung zu erfahren, kulturelle Unterschiede zu erkennen und Tipps für das Leben hier zu erhalten. Ein feines Programm und Renate ist nett. Einziger Nachteil: sie ist Deutsche… Sie spricht fließend Englisch da sie Englischlehrerin war und sie kennt sich auch gut hier aus, da sie seit über dreißig Jahren hier lebt, aber ich hätte es ein wenig spannender mit einem English in Action Partner aus einem anderen Kulturkreis gefunden.

Und Montags?

Da hab ich mal frei, mal einen workshop, mal ist Wohnungsputzen angesagt und außerdem schreibe ich, nach zahlreichen Aufforderungen, an einem Buch…!

Und sonst?

Letzten Sonntag fand der Super Bowl statt. Das Finale der US-amerikanischen American-Football-Profiliga NFL (National Football League). Ein Event, dass auch Nicht-Fans ansehen! Also so wie ich… Wir sind bei Johanna, einer Arbeitskollegin von Matthias, eingeladen. Sie hat groß aufgekocht – denn zum Super Bowl wird gegessen!

Durch die zahlreichen Zwischenwerbungen war auch Zeit für ein wenig Plauderei und somit weniger langweilig für mich als befürchtet 😉

Und wie ist das Wetter? Ich habe das Gefühl, es hätte hier im Jänner mehr gerregnet als in einem ganzen Jahr in Wien! Manchmal schüttet es mehrere Tage hindurch, jede einzelne Minute! Aber nicht so ein bißchen tröpfchenweise, nein, in STURZBÄCHEN! Dafür ist es mittlerweile ein wenig wärmer geworden und ich wache nachts nicht mehr auf weil ich so friere. Trotzdem: Sunshine State California, where are you? Laut Wetterbericht ab morgen vier Sonnentage bevor der Regen zurückkehrt 🙂

Aber jetzt ist Freitagabend. Ich muss los. Movie time!

PS: Du möchtest Kontakte knüpfen, irgendwo auf dieser Welt? Dann schau hier vorbei: Meetup!

PPS: Es gibt keine News über meinen Visum-Status und auch nicht ob mir meine Krankenversicherung den Zuschlag erlässt oder zumindest einen Vertrag zusendet (ich habe im NOVEMBER angesucht, bin seit 1.1.2017 versichert, denn das Geld haben sie fleißig abgebucht, aber Vertrag/Polizze habe ich bis heute nicht erhalten!!!).

ABER es gibt erfreuliche Nachrichten über meine Arztkosten: Die Wiener Städtische hatte ein Einsehen und mir meine Arztkosten zurückerstattet!

Wer nicht weiß von was ich spreche, der lese hier.

PPPS: Video der Woche:

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