Pikante Tofucreme (vegan)

 

 

Eines meiner Lieblingsgerichte ist Pellkartoffeln mit Quark Tofucreme und Leinöl. Einfach gekochte Kartoffeln zur Creme servieren und mit Leinöl genießen.

Leinöl ist übrigens super gesund! Die beinhalteten Omega-3-Fettsäuren wirken vorbeugend gegen Herzinfarkt und Schlaganfall

Kiki ist jetzt in Mexiko und Houston hat ein Problem

Uiuiuiuiui ist das vielleicht lange her, dass ich von mir habe hören lassen, so lange her, ich kann mich kaum noch daran erinnern. Ihr wahrscheinlich ebenso nicht. Aber warum habe ich mich zurückgezogen?

Ich habe oft an euch da draußen gedacht, aber die Zeit, die ich verlebt habe, war sehr intensiv und einfach zu persönlich um sie hier zu Veröffentlichen. Es waren zwar auch viele schöne Stunden dazwischen (sogar mit tollen Beweisfotos!) über die ich hätte berichten können, aber es erschien mir nicht ehrlich ständig nur zu beschreiben wie toll mein Leben verläuft. So habe ich mich in Schweigen gehüllt und die schönen, so wie die schwierigen Momente, alleine durchlebt. 

Da auch mein Visum für die USA wieder ein Ablaufdatum hatte, habe ich dann im November den Entschluss gefasst nach Mexiko zu reisen und mich für ein Internship in einer NGO namens En Vía beworben. So reiste ich am 2.1.2019 (oder wie der Amerikaner schreiben würde 1/2/2019) mit einem One-Way-Ticket, erschöpft und SEHR aufgeregt, zum ersten Mal nach Mexiko.

Diese Reise hätte auch leicht den Titel tragen können: Houston, wir haben ein Problem.

Die Route: von San Francisco nach Houston und von Houston nach Oaxaca. Die Gesamtreisedauer: 7 Stunden.
Der Plan: Prima.
Die Durchführung: Mangelhaft.

Mangelhaft ist schon das erste Flugzeug. Nach Besteigen des selbigen, aber Gott sei Dank vor Abflug, hat der Mechaniker nämlich gach noch herausgefunden, dass das Flugobjekt nämlich gar nicht flugtauglich ist! So müssen wir wieder raus und auf ein Ersatzflugzeug aus Seattle warten. Das dauert ein Weilchen.

Däumchendreh, Däumchendreh.

Als wir endlich im neuen Flugzeug eingequetscht sitzen, erklärt uns der Pilot, dass da so ein komisches Kontrolllämpchen leuchtet und sich daher leider auch dieser Flug verschieben wird, aber: Security first.

Etwas später teilt er uns dann mit, dass scheinbar alles gut sei und wir jetzt erstmal losfliegen, und dann sehen wir weiter. ??? Wie bitte? DANN sehen wir weiter?

Ich habe meinen Sicherheitsgurt vorsichtshalber mal ein wenig enger geschnallt als sonst. Was auch gut ist, denn die nächsten Stunden wird unsere Maschine heftig durch die Lüfte geschleudert. Ob das nun am Kontrolllämpchen oder an den heftigen Turbulenzen liegt vermag ich nicht zu sagen.

Jedenfalls bin ich mir ziemlich sicher, dass ich auf diesem Flug sterben werde. Das erfüllt mein kleines, aufgeregtes Herz auch noch mit Panik. Also beginne ich tief ein und auszuatmen und Frieden zu schließen, mein allerletztes Ziel auf Erden ist nämlich: mit einem Lächeln abzutreten! Ich bin zwar ein wenig traurig schon so jung die Erde verlassen zu müssen, aber bereit, den Flugzeugabsturz mit einem Lächeln anzutreten.

Aber, wir kommen unversehrt in Houston an! Und ich weiß jetzt, dass ich auch auf dem nächsten Flug nicht sterben werde, weil das würde ja gar keinen Sinn ergeben den einen zu überleben und den anderen nicht. Außerdem gibt es auch keinen Flug mehr nach Oaxaca. Der meinige ist vor einiger Zeit abgeflogen und einen neuen gibt es heute nicht mehr.


Während ich so beim Customer Service anstehe um zu erfragen wie es denn  nun weitergeht, bemerke ich eine Frau mit einem mexikanischen Pass und frage sie ob sie vielleicht auch zufällig nach Oaxaca reist. Ja, das tut sie. Und so plaudern wir nett und ich kann schon mal ein wenig Spanisch üben.

Dann spendiert uns die nette Dame vom Customer Service in Houston eine Nacht im Hotel in Houston und morgen, ja morgen geht die Reise dann weiter.

United Airlines hat sogar noch eine Zahnbürste und Co übrig

Super.

Weniger super: Aufstehen um 3:15 morgens um zum Flughafen zu fahren. Schlaf: zweieinhalb Stunden. Durch die Zeitverschiebung von zwei Stunden konnte ich erst gegen 0:30 Uhr einschlafen. Gähn. Gähn. Gähn.

Aber, ich bin froh eine so nette Reisebegleitung gefunden zu haben und Sandra und ich plaudern im Kaffeehaus am Flughafen.

Leider hat unser Ersatzflug nach Oaxaca einen Umstieg in Mexico City vorgesehen und oho, wunderlich, dort angekommen heißt es auf einmal, dass alle Passagiere ihr Gepäck abholen müssen. Auch wir? Gestern sagte man uns noch bei United Airlines in Houston, dass unser Gepäck durchgeschifft wird bis zum Zielflughafen… Wir schauen zum Kofferband und tatsächlich, da sind unsere Koffer! Was nun? Gott sei Dank ist Sandra Mexikanerin und sie klärt das ganze wild gestikulierend. Schlussendlich findet sie auch jemanden, der sich zuständig erklärt und unsere Koffer weitersendet. Hoffentlich zumindest. Naja, in meinem Handgepäck habe ich ja noch eine Ersatzunterhose. (Die zweite trage ich schon heute.)

Dann reisen wir mit dem Zug von Terminal zu Terminal, Gott ist das riesig hier und so richtig gar nicht gut beschildert! Wieder bin ich froh hier nicht alleine rum zu stolpern.

Dann braucht es Geduld – denn unser Anschluss ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Ich bin sehr müde. Mein Kreislauf will auch wegkippen. Ich brauche Cola. Jetzt! Zittrig schütte ich mir das zuckrige Koffeingetränk runter. Einmal rülpsen. Besser.

Endlich, es ist bereits nach 15 Uhr, beginnt unser boarding. Und ich bin froh, dass ich mir, wenn wir in Oaxaca angekommen, keine Gedanken machen brauche mit welchem Bus ich zu meinem Hostel komme, denn Sandra wird abgeholt, und da sie nur nur ein paar Block entfernt von meinem Hostel wohnt, werde ich heim gebracht! Super! Da bin ich gleich viel weniger aufgeregt!

Dann sind wir dran. Sandra zeigt ihr Ticket und Pass und geht weiter. Ich zeige mein Ticket und Pass und werde gebeten aus der Schlange auszutreten. Hä? „Ich will auch ins Flugzeug“, erkläre ich dem Flugbegleiter. Aber der meint nur: „Aber nicht mit diesem Fetzen Papier. Bitte mach Platz, wir müssen weiterboarden.“

In Mexico City endet meine Reise vorläufig. Denn mein Ticket ist auf einmal kein Ticket mehr sondern ein Stück Papier, dass nur so aussieht wie ein Ticket.

Sandraaaaaaaa! Hilfeeeeee!! Sandra kommt zurück und versucht zu klären was da gerade abgeht. Also die Zusammenfassung ist: Ich existiere nicht und mein Ticket ist nur ein Stück Papier und kein Ticket.

„Aber es sieht aus wie ein Ticket!“ rufe ich mit aufgerissenen Augen. Ich vergleiche fachmännisch Sandra’s und mein Ticket und sie sind, abgesehen von der Sitzplatznummer und dem Namen, IDENT!

Nein, werde ich belehrt, Sandras Ticket IST ein Ticket und mein Ticket ist eben KEIN Ticket. Ich soll jetzt zurückreisen zu Terminal 1 und dort klären ob ich ein neues, gültiges Ticket bekommen kann. Sie laden in der Zwischenzeit meinen Koffer aus, den kann ich dann holen kommen.

„Wo?“ kreische ich verzweifelt, „Wo kann ich meinen Koffer holen?“ Aber da wird das Gate geschlossen und ich stehe vor einem leeren Schalter.

In meinem Kopf hämmert es jetzt und das letzte bisschen Spanisch ist wie weg. Also versuche ich auf Englisch den Weg zum Zug zu erfragen. Aber keiner ist willig mir in dieser Sprache zu helfen. Also doch Spanisch.

Fünfundvierzig Minuten später bin am United Airlines Schalter am Terminal 1.

„Oje.“ sagt die Flugbegleiterin dort. „Oje?“ frage ich? „Ja, oje, ein Fehler wurde gemacht. Aber kein Problem, du kriegst eh ein neues Ticket!“

Kein Problem, klar. Ich bekomme ein Ticket mit den Worten „Beeil dich sonst versäumst du es noch, der Flughafen ist groß und es fliegt bald ab!“ Und dann versichert sie mir noch, sie wird meinen Koffer schon finden und nachsenden. Na dann. Bin ich froh ZWEI Ersatzunterhosen im Handgepäck zu haben!

Ich hetze zurück zu Terminal 2 und komme gerade richtig zum boarding. „Aber dein Handgepäck“, der Flugbegleiter tippt auf mein Köfferchen, „das musst du einchecken.“

„No!“ teile ich entschlossen mit.

„Sí!“ sagt er freundlich.

„No!“ schimpfe ich mit Tränen in den Augen.

„Ja, dann kannst du nicht mitfliegen. Entweder du checkst dein Handgepäck ein, oder du bleibst hier. Im Flieger ist nicht genug Platz.“

Ich will ihm das mit den Ersatzunterhosen sagen, aber ich kämpfe mit Übermüdung, Stress, und mangelnden Spanischkenntnissen und somit mit Tränen und brülle nur hysterisch „No, no, no!“

Die anderen Passagiere schauen mich mitleidig oder abwertend an, ich kann es nicht richtig einorten aber schäme mich gebrüllt zu haben. Seufzend gebe ich dem Steward meine Ersatzunterhose plus Koffer und steige in ein halbleeres Flugzeug…

Ab dann läuft es reibungslos. Ich bekomme in Oaxaca mein Handgepäck sowie meinen Koffer zurück, finde den Bus zu meinem Hostel, bekomme dort mein Zimmer, und dann gebe ich mich nach meiner vierundreißigstündigen Reise einem Erschöpfungs-Tränenfluss hin.

Ich bin allein, hungrig und müde, und das ganze auch noch in Mexiko. Ich glaube, die Kriminalitätsrate ist hier ein wenig höher als in Österreich? Es ist schon 21 Uhr, es ist dunkel, und weiß der Geier ob ich das Hostel um diese Uhrzeit als blondes Mäderl sicher verlassen kann? Wenn ich schon keinem Raubüberfall zum Opfer falle, dann vielleicht einer Lebensmittelvergiftung?

Ich beschließe, dass mit dem Essen auf morgen zu verschieben, wenn es hell ist. Und denke darüber nach warum ich eigentlich schon wieder an einem Ort gelandet bin der sich ganz klar außerhalb meiner Komfortzone befindet. Aber bevor ich die Antwort finde siegt die Müdigkeit, und ich schlafe wie ein Stein.

 

Ich schlafe wie ein Stein, obwohl das Hostel, das „Hostal Mixteco Naba Nandoo„, ein wenig, naja, eher sehr hellhörig ist. ABER: ich kann es wirklich empfehlen! Hervorragender Customer Service, sauber, super Lage und sehr billig!

Die Lobby, hier gibt’s 24h gratis Kaffee, Tee, Wasser und Snacks:

Und eine Dachterrasse gibt’s auch.

Freitag. Erster Tag in Oaxaca.

Ich wache wie gerädert auf und reibe und reibe und reibe meine Augen. Aber der Schwellung gefällt’s in meinem Gesicht. Die Dusche ist zwar eine Gemeinschaftsdusche (pro Stockwerk gibt’s ein Badezimmer), aber ganz okay. Dann suche ich mir im WLAN einen Shop raus wo man eine mexikanische Sim-Karte für’s Telefon kaufen kann und marschiere los. Nur 7 Minuten entfernt. So nah, und doch so fern. Erst 67 Minuten später finde ich einen Shop, der auch tatsächlich SIM Karten verkauft. Ich habe immer noch Hunger. Es ist schon Mittag. Und ich habe nicht mehr viel Zeit denn ich treffe gleich Sandra. Ich brauche ein Zimmer (das Hostel habe ich nur für ein paar Tage gebucht) und sie weiß wo gerade welche frei sind zur Untermiete. Also schnell ein Kaffee und ein Keks in einem entzückenden Kaffeehaus, Cafe Brújula.

cafe brujula oaxaca

Dann mit Sandra durch die Stadt. Aber eine Unterkunft zum wohlfühlen ist nicht dabei. Naja macht nix. Hab ja noch ein paar Tage.

Am späten Nachmittag bin ich so super hungrig und gönne mir ein Abendessen im Restaurant Cabuche.

Tlayuda Cabuche Oaxaca

Das ist Tlayuda, eine traditionelle Speise aus Oaxaca. Ein knuspriger Tortillafladen belegt (oder hier gefüllt) mit Käse und Bohnen. Wer will kann auch noch Fleisch und/oder Salat, Tomaten etc haben. Ich will nicht. Mein Magen ist empfindlich und ich habe gelesen man soll es hier mit Gemüse und Obst ein wenig vorsichtiger angehen.


Ich bekomme trotzdem ein paar Tage später ganz schrecklich viel Diarrhoe.


Sonntag ziehe ich zu Sandra in die Wohnung. Sie hat genug Platz und bietet mir an, dass ich bei ihr wohnen kann, wenn ich möchte. Na klar möchte ich! Und das Hostel ist auch noch so nett und ich muss die restlichen Nächte, die ich gebucht hatte, nicht bezahlen!

Aber leider ist es bei Sandra dann doch nicht so super. Sie wohnt an einer riesigen Kreuzung und neben einer Bar. Erst übertönt noch die Musik der Bar den Autolärm. Aber als um 2 Uhr morgens endlich die musikalische Untermalung aufhört, lässt mich das Gehupe ungeduldiger mexikanischer Autofahrer wach liegen. Also werfe ich mich am nächsten Tag wieder auf die Straße und klappere die Stadt auf der Suche nach einer neuen Unterkunft ab.

Zwischendurch bestaune ich die hübsche Stadt, Hochhäuser sind nicht erlaubt und dann müssen sie auch noch bunt sein.

Und Käfer –  Vocho –  gib es im Überfluss – und sie passen so gut in diese Stadt!

Dennoch ist der Anfang schwer. Ich bin so erschöpft, mein Kreislauf will einfach nicht in Schwung kommen. Ich fühle mich ausgelaugt und leer. Sowohl im Geiste, als auch in meinem Magen. So muss ich immer wieder Pause machen. Und ich bemerke einen großen Unterschied zu Costa Rica: dort bin ich einfach in die Natur gegangen um mich aufzuladen. Hier sind nur Autos, viele Menschen – und ich bin mittendrin und doch so allein.

Am Mittwoch finde ich ein Zimmer. Es ist etwas außerhalb vom Stadtzentrum, genauer gesagt fünfundvierzig Minuten Fußmarsch entfernt. Dafür billig (1800 Pesos im Monat, das sind so 83 Euro) sauber, geruchsneutral und ich darf Küche und Waschmaschine mitbenutzen. So ziehe ich um.

Meine Vermieterin ist lieb, aber streng! Ich werde eingewiesen was ich darf, aber vor allem was ich nicht darf. Schluck. Naja, das ist ja eh auch immer noch auf meiner to-learn-list: mich nicht von überstrengen Personen einschüchtern lassen. Wir werden uns schon noch zusammenraufen.

En Vía: die NGO vergibt zinsfreie Micro Loans an Frauen, denen die finanziellen Mittel fehlen ihre Geschäftsidee umzusetzen. Und bietet geführte Touren an auf welchen man eben diese Frauen besucht – und das Geld, das mit diesen Touren reinkommt, wird für neue Kredite vergeben.

Am Donnerstag darf ich dann auch endlich mal die Organisation kennen lernen. Ich soll nämlich als Tour Guide tätig sein. Genauer: Übersetzerin. Denn En Vía möchte nicht die Touristen zu einer Verkaufstour überreden, sondern ihnen die Geschäftsfrauen Oaxacas samt ihrem Geschäft interaktiv vorstellen. So sollen die Touristen alles fragen was sie interessiert, angefangen von: was hast du mit dem Kredit gekauft, über: wie lange dauert es einen Teppich zu weben, bis zu: was ist dein Ziel. Und um diese Interaktion gewährleisten zu können benötigt es einen Übersetzer, denn die Frauen sprechen nur Zapotek (die mexikanische Ursprache) und Spanisch.

Ich darf, soll, muss eine Tour observierend begleiten. Sehr spannend, die Tour. Und mir wird ein bisserl schlecht ob meiner spanisch Kenntnisse… Naja, hab ja noch eine Woche bis ich selber ran muss, mit übersetzen.

 

 

 

Nevado de Toluca

Ja…eigentlich hab‘ ich ja gar keine Zeit um zu schreiben. Ich bin nämlich derzeit super beschäftigt: ich lebe gerade in vollen Zügen. Also nicht wirklich natürlich, hier in Oaxaca gibt es ja gar keine Züge. Aber volle Busse gibt es. Nicht klimatisierte, volle, Busse. Aber ich schweife ab… „Nevado de Toluca“ weiterlesen