40 Jahre Kiki

40 Jahre Kiki – das klingt ja nach einer ganz schön langen Zeit. Uff. Ich war zugegebenermaßen nicht sonderlich begeistert die dreißiger verlassen zu müssen. Oba oft host a Pech.

Na gut, wenn ich dann schon meinen vierzigsten Geburtstag feiern muss, dann aber wenigstens ordentlich – wer weiß wie lang ich das noch kann…ordentlich feiern und so. Man wird ja nicht jünger!

Mein Plan A: in Österreich ganz groß und mit allen meinen Freunden und Bekannten zu feiern! Der Plan wurde allerdings ein wenig ruiniert indem wir in die USA gesiedelt sind. Und jetzt extra nach Österreich einfliegen? Wegen so ein bissl Geburtstag? Plan B muss her.

„Wie wäre es mit einem Kurzurlaub?“ meint Matthias. „Vielleicht campen oder so?“

Hmmm, ja, das klingt doch gut. Vielleicht kommen ein paar unserer neuen Freunden aus der neuen Heimat California mit? Allerdings campen…? Ich weiß nicht…vielleicht a bissale kalt?

Ich sag’s euch: Im November Geburtstag zu haben kommt einem Schicksalsschlag gleich: Kälte, Regen und Nebel verhunzen einem auch jeden Plan. Noch nicht mal Schnee liegt – dann könnte man wenigstens eine tolle Schlittenfahrt machen…

Dann verbringe ich ein paar Wochen im Internet. Wo in California, besser, nähe San Francisco, kann man einen Kurzurlaub machen, indoor, der kein Vermögen kostet? Und dann werde ich fündig:
wie wäre es mit einer Cabin am Lake Tahoe? Yap! Sounds good!


Donnerstag, 09. November 2017. Geburtstagsklappe die Erste.

Matthias und ich fahren nach Sacramento. Warum? Zum einen: es liegt auf der Hälfte des Weges zum Lake Tahoe und zum anderen: treffen wir dort Alex, mein sehr guter Freund aus Österreich. Er hat frei, wollte eh schon immer mal nach California und hat es jetzt gleich mit meinem Geburtstag verbunden. Und das praktischste war: er fliegt gleich nach Sacramento und fährt von dort mit uns im Auto weiter.

Aber zu allererst bekomme ich ein Geburtstagsfrühstück in Bette’s Oceanview Diner in Berkely.

Da muss man a bissi Zeit mitbringen. Obwohl Donnerstag 10:00 Uhr ist die Bude knackevoll und wir müssen dreißig Minuten auf einen freien Sitzplatz warten. Na, das ist doch ein gutes Zeichen wenn es so gut besucht ist hier!

Und tatsächlich, wir speisen eine fürstliche Eierspeis‘ mit Räucherlachs, dazu einen Bagel mit Frischkäse und Bratkartoffeln. Wumms. Des woa a schene Portion, wie wir in Österreich zu übervollen Tellern sagen. Die Mägen sind jetzt randvoll gefüllt und wir fahren nach Sacramento – und treffen Alex, der praktischerweise im gleichen Motel wohnt.

Wir laufen ein wenig durch die Stadt und plaudern dann im Kaffeehaus. Zwischendurch erhalte ich Anrufe und Nachrichten mit Glückwünschen. Sooooo schön wie viele Menschen an mich gedacht haben!!! Vielen Dank an euch alle!!!

Und am Abend geh’n der Matthias und ich ganz schick essen. Aber ganz schick war das. Und schön. Und lecker. Mmmmh.

Und dann noch ein Cocktail und dann… simma müde… He, es handelt sich ja nicht um meinen Zwanziger! Und ich brauch noch ein wenig Reserven fürs Wochenende!

So gehen wir zurück ins Motel und legen uns hin.

‚Irgendwie ist mir schlecht‘ denke ich.

„Irgendwie ist mir schlecht.“ sagt Matthias.

Und es wird immer schlimmer. Oje. Es wird ganz schlimm. Wir besuchen abwechselnd das Klohaus.

Lebensmittelvergiftung versus zu viel zu fettes Essen. Wurscht.
Ich will sterben.

Aber ich kann nicht sterben. Kann noch nicht mal einschlafen.

Zumindest wird die Übelkeit ab vier Uhr morgens erträglicher und als die Sonne aufgeht schlafe ich sogar noch ein wenig ein…


Freitag, 10. November 2017. Meet the Village People.

Anders als vor exakt vierzig Jahren fühle ich mich heute morgen nicht wie neu geboren. Aber auch nicht mehr so elend wie die letzte Nacht. Wir tauschen Frühstück gegen Zwieback, Natron und Rennie räumt den Magen auf aus. Dann geht das Leben weiter und wir fahren nach Lake Tahoe. Da wir das Haus erst ab vier Uhr nachmittags beziehen können machen wir eine kleine Wanderung: Tahoe Rim Trail to Picnic Rock Viewpoint. Ein netter kleiner Hike, circa 45 – 50 Minuten den Berg hinauf, und oben, da wird man mit einer tollen Aussicht belohnt!

Wir haben übrigens Glück mit dem Wetter. Die ganze Autofahrt wurden wir angeregnet und angeschneit. Und nun, da wir wandern wollen, hört das Ekelwetter auf und teilweise reißt der Himmel sogar auf und präsentiert ein sonniges blau.

Und dann beziehen wir unser Wochenend-Domizil. Ui. Ich bin aufgeregt. Hoffentlich ist’s schön!

Ich bin mir sicher es hätte uns schlimmer treffen können… 😀

Es gibt Kiki’s – Glühwein (Rezept folgt) und ein Süßkartoffel-Quinoa-Chili (Rezept).  

Nach und nach trudeln alle Gäste ein. Hoffentlich verstehen sich alle untereinander?

Aber jegliche Anfangsscheu ist gleich abgelegt – jeder kann mit jedem!

Allerdings sind wir alle etwas müde. Matthias und ich von unserer schlaflosen Nacht. Alex vom Jetlag. Und der Rest von einer anstrengenden Arbeitswoche und einer vier stündigen Autofahrt im Schneeregen-Nebel. Vorsichtig schlage ich vor, dass ich nicht böse wäre wenn wir den heutigen Abend etwas ruhiger angehen und gern schon schlafen gehen könnten…

„Ich hatte gehofft, dass du das sagst.“ meint Emma. „Aber es ist erst neun Uhr…das ist vielleicht doch noch ein wenig früh?“

„WAS? Erst NEUN?“ Ich bin fassungslos. Nein. Um neun geht keiner an meinem Geburtstag schlafen. Müdigkeit hin oder her!  „Lasst uns was spielen.“ schlage ich daher vor.

One Night Werewolf. Village people – close your eyes!

Wir spielen One Night Werewolf. Da dauert eine Runde nämlich nur zehn Minuten. Dann spielen wir halt ein wenig und können bald schlafen gehen…

Denkste. Wir sind dem Spiel nach wenigen Runden verfallen und spielen bis weit nach Mitternacht… ?


Samstag, 11. November 2017. Village People: Close your eyes. Werewolves thumbs up. And then dance: YMCA

Oh ich schlafe gut. Kurz, aber gut. Und unseren Mägen geht es auch schon besser – heute werden wir vorsichtig etwas Essen! Und zwar starten wir mit einem Frühstück!

Phil, Sandra und Pierre. Im Hintergrund Omar, María, Marion und Emma

François und Marion

Und nun? Minigolf, Tischtennis, Wandern, Therme – wer möchte was unternehmen? Alle möchten wandern. Und vorher noch eine Runde Werwolf spielen. Wie prima. Das ist ja mal unkompliziert.

Erst wird gezockt…

…und dann gewandert, am nahe gelegenen Donner Lake

Omar und María

Omar, María, Alex, Emma, Kiki, Sandra, Pierre, Marion, François, Phil, Matthias

Und bis wir wieder daheim sind haben wir alle hunger. Fein. Denn auf der Terrasse steht ein Griller…

Der Grillmeister und sein Freund.

Wir anderen bereiten indes Salate und Folienkartoffel und Saucen und Glühwein vor. Und haben ein wenig Spaß.

„Emma, tanz doch mal!“

Nach dem (unglaublich leckeren!!! Mmmmh!!! Danke Grillmeister!!!) Essen kommen noch Christina, meine Fotografie-Lehrerin, und ihr Mann Andi vorbei.

Und es ist Zeit für meine Überraschung… Meine liebe Freundin Nina, ja genau die, die letzte Woche zu Besuch war, hat ein Video für mich gebastelt. Sie hat Fotos und Videobotschaften von allen meinen Freunden und Lieben gesammelt und ein entzückendes Video produziert! Gott sei Dank verwende ich wasserfeste Wimperntusche… Soooo eine Überraschung und soooo eine liebe Idee! Ich bin immer noch komplett fassungslos und gerührt! Danke an dich, liebe Nina, und allllle die so lustige und nette und schöne Beiträge gemacht haben!

Ein riesiges Riesendankeschön möchte ich auch an Matthias aussprechen! Er hat mir so viele schöne Geschenke und Überraschungen gemacht, mich mit einer so liebevollen Videobotschaft und Geburtstagskarte beglückt und tatkräftig mitgewirkt mir einen unvergesslichen Geburtstag zu bescheren!
D ? A ? N ? K ? E ? S ? C ? H ? Ö ? N


‚Nun ist’s aber doch mal Zeit für ein Gruppenfoto‘ denkt sich Matthias und marschiert in den ersten Stock auf die Galerie um den Selbstauslöser der Kamera zu aktivieren. Um den Fotoapparat vor einem Absturz zu bewahren, und auch um den richtigen Winkel kreieren zu können, verstaut er die Kamera an/in einer Staude Bananen. Dann drückt er den Selbstauslöser und sprintet zurück zu uns auf die Couch…

Pierre, Sandra, Alex, Andi, Christina, Omar, Marìa, Kiki, Matthias, Phil, Emma, Marion, François: ‚Cheeeeeeeeeese….‘

……ooooooooooh….Kamera fällt……!!!!!

….aaaaaaaaaah……alles gut…..die Bananen-Sicherheitskonstruktion hält!

Dann weihen wir die Neuankömmlinge in unser Lieblingsspiel Werwolf ein. Wer es nicht kennt: Jeder Mitspieler bekommt eine Karte und erfährt ob er ein böser Werwolf oder ein guter Dorfbewohner ist. Allerdings weiß nur er selbst wer er ist und muss nun die anderen Spieler davon überzeugen (notfalls durch lügen) ihm zu glauben durch und durch gut zu sein…Und zum Ende wird jemand getötet von dem man glaubt er handelt sich um den Werwolf, während die Werwölfe natürlich versuchen einen Dorfbewohner zu töten. Freilich gibt es noch jede Menge anderer Charaktere damit das Spiel abwechslungsreich wird.
PS: das Spiel is nix für Neanderdigitaler da ein Smartphone und eine App notwendig sind…

Dann nennt jemand der Werwölfe die Dorfbewohner Village People – und der Running Gag ist geboren: YMCA.

Und beim nächsten Sieg der Village People erschallt auf einmal YMCA in den Lautsprechern und spontan springen alle auf…

Village People dance: YMCA

Bis spät in die Nacht wird nun gelogen, diskutiert, angeschuldigt und – als logische Konsequenz – getötet. Was für ein herrlicher Geburtstag! ?


Sonntag, 12. November 2017. YMCA geht in die letzte Runde

Nach einem ausgiebigen Frühstück – diesmal auch für Matthias und mich, yes, die Mägen haben sich erholt! – müssen wir diesen wunderbaren Ort leider verlassen. Aber die Sonne strahlt schon wieder so schön vom Himmel und so fahren wir noch nicht nach Hause sondern im Konvoi zum RUBlKON TRAIL. Eine wunderschöne (!), sehr einfache Wanderung direkt am See entlang.

Um nicht alles wieder zurück zum Auto wandern zu müssen kann man (vorausgesetzt man ist mit mehr als einem Auto unterwegs) ein Auto am D.L. Bliss Parking Lot abestellen und eines, am Ende des Rubikon Trails, auf dem Emerald Bay Parking Lot. Dann hat man ungefähr fünf Meilen (das wären dann in Kilometern gerechnet acht) lang eine wunderschöne Aussicht und einen supernetten Wanderpfad.

Emma & Phil…

…Alex & Matthias…

…Matthias & Kiki…

…all together: YMCA

So a nette Gruppe!


Und dann gibt’s noch ein Abschieds-Picknick und dann heißt’s good-bye unforgettable best birthday weekend ever…

Sehr dankbar über ALL diese netten Menschen und Wegbegleiter in meinem Leben verbleibt

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