Wasser ist stärker als Stein – dann ist der innere Schweinehund auch zu besiegen.

Knapp vierundzwanzig Stunden dauert die Anreise – von Palo Alto (Kalifornien) nach San Gerardo de Rivas (Costa Rica). Aber alles läuft g’schmeidig. Also fast alles. Ich wünsche mir nämlich immer, wenn ich alleine fliege, einen feinen Sitznachbarn. Einen Sitznachbarn, der schlank ist, am besten nach nichts riecht (und falls er riecht, dann bitteschön gut), der ruhig ist und das wichtigste: mit dem es sich gut Hand halten lässt im Falle eines Absturzes.

Mein Sitznachbar ist ein vierjähriges Mädchen…

Das positivste an diesem Flug ist: wir stürzen nicht ab. Negativ: von Schlaf kann ich nur träumen. Na, ich kann ja dann im Bus quer durch Costa Rica schlafen…

Sonntag Nachmittag: Herzlich werde ich empfangen – ich wohne nämlich wieder in dem kleinen blauen Wellblechdachhäuschen bei meiner lieben Gastfamilie!

Nach der (ersten) kalten Dusche gibt’s Abendessen. Wie könnte es anders sein: Reis, Bohnen und Gemüse. Hach. Da fühlt man sich ja gleich zuhause 🙂

Um acht Uhr allerdings breche ich nieder und krieche in mein Bettchen. Ich schlafe herrlich und tief und durch – bis zum nächsten Tag um acht… (unter uns: bin aber immer noch müde.)

Nach dem Frühstück mache ich mal nix. Den ganzen Tag lang. Außer plaudern (was übrigens schon viel besser funktioniert als beim letzten Mal) und entspannen. Nach weiteren knapp zwölf Stunden Schlaf in der Nacht von Montag auf Dienstag bin ich halbwegs wieder hergestellt und somit spricht nichts gegen einen Sprung in die Wanderschuhe. Gähn. Hühüpf. Gähn. Kiki! Gähn. HÜPF!!!

Na gut. Aufi geht’s. Aufi. Aufi. Uff. Muss mich mal erst wieder an das steile Gelände hier gewöhnen. Warm ist’s übrigens auch. Viel wärmer als bei meinem letzten Aufenthalt.

Und so schwitze mich bis in den Nebelwald von Cloudbridge. Hier ist es wunderbar und angenehm.

Und natürlich hat mich auch die Tierwelt Costa Ricas wieder…

…allerdings nicht nur die niedlichen Hunde und Katzen, sondern auch die zahlreichen Käfer, Spinnen, Schlangen und sonstiges Kriech- und Krabbelgetier. Überall kribbelt und krabbelt es. Auf dem Essteller, in der Dusche, in meinem Koffer und – am ungeliebtesten: nachts in meinem Pyjama.

Mein Appell an Kribbel-Krabbel-Phobiker: fahrt nicht nach Costa Rica! Die Artenvielfalt an Insekten ist imposant!

Während meiner Wanderung habe ich auch kräftig Ideen für mein Buchprojekt gesammelt. Ich bin schließlich nicht zum Vergnügen hier. Und morgen klebe ich meinen Po auf den Plastikstuhl und schreibe meine Gedanken und Einfälle nieder. Buchstabe für Buchstabe. Wort für Wort. Satz für Satz. Seite für Seite…

Aber heute wollte ich noch kurz mitteilen wohlbehalten angekommen zu sein 🙂

PS: Wind, oder vielleicht war es schon fast ein Sturm, hat ein paar Bäume niedergemäht – und damit die Kabel gekappt, die für Strom und Internet zuständig sind. Daher erste HEUTE ein Lebenszeichen 🙂

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