Joshua Tree National Park – Urlaub in der Wüste

Wumm. Heiß. Schwitzen. Und das am 29. Dezember. Ja, gut, wir sind in der Wüste, stimmt schon – da könnte man etwas Wärme erwarten… Aber letztes Jahr waren wir im Death Valley. Auch eine Wüste. Und dort war es ganz schön kalt gewesen und wir mussten frieren. So waren wir diesmal weiser und haben sämtliche Fleecepullis, Schals und Hauben eingepackt.

Und jetzt stehe ich in der Wüste und schwitze… Blöderweise knallt die Sonne echt UV-lastig auf uns herab – und so zwänge ich mich halt in meinen Puli, seufz, aber besser schwitzen als Sonnenbrand…

Joshua Tree National Park ist ein faszinierendes Naturschutzgebiet und bietet mehr Abwechslung als man von einer Wüste so erwarten würde!

Tag 1: Split Rock – Barker Dam – Inspiration Peek

Man beginne einen wunderschönen sonnigen Morgen mit dem Split Rock Trail. Ein circa 4 Kilometer langer Rundweg. Wow wow wow.

Einfach eine dolle Kulisse!

Und da wir zeitig (9:30 Uhr) hier sind haben wir diese Kulisse auch beinahe für uns alleine. Und vom namengebenden Joshua Tree über bizarre Steinformationen zu Kakteen ist alles zu sehen.

Auch der (noch nicht) berühmte Häschen-Stein steht hier rum:

H A P P Y 🙂

Weiter geht’s nun zum Barker Dam, ein circa 2,5 Kilometer langer Rundweg. Ob es an der Uhrzeit liegt oder an Weihnachten oder einfach daran, dass es auch hier wunderschön ist – aber hier teilen wir die Freude mit einigen anderen Urlaubern…

Aber da es nicht nur einen Weg gibt sondern zahlreiche Möglichkeiten voran zu kommen, verteilt sich alles recht gut.

Auf jeden Fall staunen wir nicht schlecht, als mitten in der Wüste dieser spiegelglatte See auftaucht:

Der IDEALE Ort um einen der zahlreichen Felsen zu erklettern und ein Mittagsmahl (in Form eines Müsliriegels) zu schlemmen.

Da wir sowohl beim Barker Dam als auch beim Split Rock nicht auf dem direkten Wege unterwegs waren sondern unsere Erkundungen etwas ausgedehnt hatten ist der Nachmittag schon voran geschritten und wir fahren mit dem Auto zum Inspiration Peak – um hier dem Sonnenuntergang zu frönen.

Da sich der Inspiration Peak und der Keys View einen Parkplatz teilen kommt früh genug hier her: jede Menge Autos versuchen ein Plätzchen zu ergattern!

Vom Parkplatz geht links der gepflasterte Weg zum Keys View. Da kann man die Freude wieder mit zahlreichen Touristen teilen. ODER, man geht rechts einen kleinen Trampelpfad hinauf und immer hinaufer und hat alsbald einen Blick in die weiteste Ferne…

Schon nach ein paar Minuten guckt man runter, auf den Keys View…

Die Vegetation wird zwar karger, aber schaut trotzdem so schön aus:

Und oben angekommen erleben wir tatsächlich eine tolle Fernsicht und einen Sonnenuntergang.

Tag 2: Johnny Lang Canyon – Hidden Valley – Cholla Cactus Garden

 

Die Nacht haben wir in der Ortschaft Twentynine Palms, im El Rancho Dolores Motel, verbracht. Sehr zu empfehlen da billig, sauber, nett und man ist in Null Komma Nix im Park.

Heute verabschieden wir uns von den anderen Touristen und den Pfaden und marschieren einfach hinein, in die Wildnis. Der Johnny Lang Canyon Trail ist ein circa 10 Kilometer langer Rundweg – Off Trail. Mit GPS ausgerüstet wagen wir uns in die Wüste. Auch wenn es anfänglich so aussieht als könnte man sich nicht verlaufen, so bin ich mir sicher: man kann! Wir haben auch gehört, dass es tatsächlich ein Pärchen gab, dass den Weg nicht mehr herausfand und verdurstete…

Auch ist man der Sonne sehr stark ausgesetzt – kaum Schatten. Dafür viel Sand aus dem ein paar Joshua Trees herausragen.

Und warum heißt der Trail Canyon? Na, weil die sandige Steppe irgendwann immer steiniger wird…

…und steiniger…

…und dann schließlich in einen Canyon übergeht.

Und irgendwann wäre ich überhaupt nicht mehr überrascht gewesen wenn ein Indiander hinter einer der Felsen aufgetaucht wäre. SO stelle ich mir den Wilden Westen vor!

Dann bin ich mir ziemlich sicher, dass wir eventuell heute sterben werden. Oder, zumindest ich. Es ist so heiß. Ich habe durst. Hoffentlich reicht das Wasser?! Wo zum Geier sind wir? Hinter jeder Kurve erwarte ich den Parkplatz mit unserem Carsten zu finden. Aber es finden sich immer nur noch mehr Steine und noch mehr und die werden auch noch immer größer und größer.

Nun müssen wir schon klettern! Und ich muss die ganze Zeit so lachen, weil ich Angst habe abzustürzen. Aber es ist gut zu wissen, dass man auch fröhlich sterben kann.

Schlussendlich stürze ich nicht ab. Und Matthias und sein GPS bringen uns sicher und heil zurück zum Auto 🙂

Weiter gehts zum Hidden Valley Trail. Sooo versteckt ist der gar nicht. Nach der einsamen Wanderung im Canyon sind wir direkt erstaunt über so viele Zweibeiner.

Hier kommen vor allem Kletterer auf ihre Kosten! Ob nun geübt und mit Seil, oder einfach nur ein bisschen Steine erklimmen… Es gibt genügend Felsen für jeden!

Wer findet den Kletterer?

DA isser!

 

Den Sonnenuntergang verleben wir dann im Cholla Cactus Garden. Viele, viele Kakteen, also ich würd‘ sagen so wie in einem Kaktus Garten, stehen hier rum. Verletzen auf eigene Gefahr – es gibt keine Zäune.

Tag 3: Lost Palms Oasis – und Abschied nehmen

Etwas abgelegener, im Süden, da findet man eine Oase. Diese erreicht man über den Lost Palms Oasis Trail und die wollen wir natürlich noch erleben bevor wir – heute ist Silvester – nach Santa Barbara fahren zur Familie einer Arbeitskollegin von Matthias. Hier sind wir nämlich eingeladen.

12 Kilometer hin und zurück. Nach 2 Kilometern ist mir schon fad.

„Wann sind wir da…“ murmele ich in mich hinein. „Ist die Oase denn voll schön? Wir müssen ja den selben Weg auch wieder zurück gehen…“ Ich hasse out and back Trails. Mir sind Rundwanderwege viel lieber!

Aber dann verändert sich die Kulisse!

Da bin ich froh. Nein. Begeistert! Mal gibt’s viele Steine, mal viele Kakteen, mal steckt man im Canyon, mal sieht man in die Ferne…auf jeden Fall geht es tüchtig auf und ab – und die Sonne glüht mal wieder ordentlich herab auf uns.

Und dann steh ma vor der Oase. ICH hätte mir das ja so vorgestellt: die ganzen Zebras und Antilopen und Löwen und so weiter trinken friedlich aus dem Oasen-See und bunte Vögel pfeifen fröhlich auf bunte Blumen herab.

Tatsächlich aber sieht es so aus:

Eh auch nett. Bin aber ähnlich enttäuscht wie nach meiner ersten Metro-Fahrt in Paris im Alter von fünf Jahren. Mir wurde versprochen, dass wir mit dem Zug unter die Erde fahren. Woa! Ich war begeistert! Das Erdreich aus einem Zug heraus erkunden!

Keinen einzigen Maulwurf konnte ich entdecken. Noch nicht mal einen Regenwurm! Ich dachte, der Zug gräbt sich nach eigenem gut dünken, wie ein Wurm, durch die Erde und kommt an einer willkürlichen Stelle wieder an die Oberfläche…

Für alle, die noch nicht in Paris waren: Seid nicht enttäuscht nach eurer ersten Metrofahrt! Der Zug fährt durch geflieste Tunnel!!!

Kommen wir zurück zur Oase. Auch ohne Antilopen ist sie einen Besuch wert! Und mich stört es noch nicht einmal, dass wir denselben Weg zurück gehen müssen – er ist so abwechslungsreich, dass mir gar nicht fad wird.

Und zurück am Parkplatz, steht da ja noch eine Oase!

Und jetzt müssen wir uns sputen – Silvester in Santa Barbara wartet (oder eben auch nicht).

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